SMWK unterstützt ERASMUS+

Freitag 06. April 2018, 14:49

Zu einem Gespräch über die Umsetzung des EU-Programms ERASMUS+ an den sächsischen Hochschulen hatte das SMWK am 5.4.2018 den zuständigen Referatsleiter des DAAD, Dr. Symmank, Andrea Fielenbach als Ansprechpartnerin des DAAD für die außereuropäische ERASMUS+-Kooperation und Vertreter sächsischer Hochschulen eingeladen.

Es ging darum festzustellen, inwiefern das SMWK sächsische Positionen aufgreifen und in Entscheidungsprozesse einsteuern kann.

Herr Oidtmann, stellvertretender Referatsleiter für Hochschulrecht beim SMWK, seit kurzem zuständig für die Thematik, betonte einleitend, dass ein engerer Schulterschluss im Hochschulbereich wünschenswert sei, ähnlich wie es bei ERASMUS+ bereits im Schulbereich der Fall ist.

Dr. Symmank stellte das ERASMUS+ und die Planungen für die nächste Programmgeneration aus Sicht des DAAD vor. Während das übergreifende politische Ziel von ERASMUS+ bisher vor allem die Stärkung der Arbeitsmarktfähigkeit der Stipendiaten ist, soll es zukünftig flexibler sein, so zum Beispiel auch nutzbar für die Unterstützung von studierfähigen Geflüchteten.

Die weitere ERASMUS+-Teilnahme Großbritanniens ist gewünscht. Dafür existiert ein Vorschlag der EU. Die Aufnahme der Schweiz dagegen wird von beiden Seiten nicht angestrebt; dort soll das etablierte Kooperationsverfahren weiter gelten.

Die Verhandlungen für die nächste Programmdiskussion verlaufen sehr zügig. Bis zum Herbst 2017 lagen 1200 institutionelle Positionspapiere vor und weitere unzählige individuelle Vorschläge. Der DAAD hat ein eigenes Positionspapier eingereicht wie auch das BMBF und die KMK.

Es wurden einzelne Punkte besprochen, die der DAAD für besonders wichtig hält, unter anderem einheitliche Förderraten für deutsche Studierende, die bereits ab dem kommenden Studienjahr gelten werden (bisher waren die Hochschulen innerhalb eines festen Rahmens flexibel in der Festlegung der Raten). Eine deutsche Arbeitsgruppe hat Vorschläge zur Vereinfachung der Learning Agreements erarbeitet, die der EU in naher Zukunft vorgelegt werden, daran beteiligt war aus Sachsen die Universität Leipzig. 

Schon im Herbst 2018 wird eine Ausschreibung eines Pilotprojekts zum Thema Europäische Universität erwartet. Diesen französischen Vorschlag möchte die EU unbedingt zeitnah realisieren. Es sollen 3-4 Netzwerke europäischer Universitäten über ein Jahr gefördert werden, in denen alle ERASMUS+-Neuentwicklungen angewendet werden sollen wie die EU Student Card, die der DAAD durchaus kritisch betrachtet, eine neue automatische 100%-Anerkennung der im Ausland erworbenen Studienleistungen und natürlich auch alle European Standards and Guidelines sowie die European Charter. Dieses sehr ambitionierte Projekt stellt eine Vision der europäischen akademischen Mobilität der Zukunft dar. Sie wird in Sachsen geteilt, doch es wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass das ERASMUS+-Alltagsgeschäft davon zum Teil noch sehr entfernt ist und  es immer eine Gefahr ist, wenn Anspruch und Wirklichkeit zu weit auseinander liegen.

Während die Mobilitätszahlen bei ERASMUS+ in Deutschland eher stagnieren, wachsen sie in anderen europäischen Ländern rasant. Deutschland hat dabei bereits ein hohes Niveau erreicht, es muss jedoch darauf achten, nicht den Anschluss zu verlieren. Darum arbeitet der DAAD intensiv mit den Hochschulen und auch die sächsische Landesregierung wird stärker als bisher einen Fokus auf die Unterstützung von ERASMUS+ legen.

Von: Auslandsamt